AUSZEIT

Unmittelbar in der Nähe von Maastricht wird in den niederländischen Bergen das Gestein Mergel abgebaut. Es entstehen Grotten, die als Rückzugsorte genutzt werden. Bei einer Höhlenwohnung wird nicht aus Material etwas aufgebaut, sondern das vorhandene Material weggenommen. Der entstandene Hohlraum steht immer in Relation mit dem Material, was frei wird. Dom Hans van der Laan schreibt, "Wo ein Steinblock der Erde entnommen wird, entsteht von selbst eine räumliche Form, die wie eine Matrix der massiven Form des Steines entspricht." Höhlen wurden früher aus der Not als Behausung genutzt. Zugleich sind diese jedoch auch eine Art der Versöhnung von Mensch und Natur.

Der Entwurf für die Höhlenwohnung soll die Elemente spürbar machen. Der Bewohner verzichtet bewusst auf tägliche Annehmlichkeiten wie Elektrizität, um zu sich selbst zu finden. Der Eingang liegt versteckt in einem Wasserbecken, welches zur Trinkwassergewinnung dient. Der einfache Wohnbereich wird nur durch Filzlagen von außen getrennt. Eine Feuerstelle erhitzt das Wasser für die Dusche und dient als Kochstelle. Aus dem Fels sind Schlafnischen ausgehöhlt.

Der Meditationsraum ist das Herzstück des Entwurfs. Seine Form ist verborgen im Innern des Berges und seine Anwesenheit lässt sich nur schwer von außen erahnen. Diffuses Licht strömt durch die unregelmäßigen öffnungen ins Innere. Die enorme Höhe von zehn Metern bei einer kleinen Grundfläche betont die Vertikale und das Erfahren von einem sakralen Ort.

MEDITATION

Close to the city of Maastricht the stone mergel is extracted at the hills of Limburg. For the design of a living space in a mountain the architect has to think in a subtractive way. The moulded room has always a relation with the material which has to be extracted. Dom Hans van der Laan writes, "where a block of stone is taken from earth, an independent shape is formed, which is a corresponding matrix of the massive material." In former times caves have been used as hiding-places. Simultaneously they are some kind of reconciliation between human and nature.

The drawing of the cave-housing should make the user feel the force of the elements. The resident wittingly abandons daily conveniences like electricity, in order to find himself. The entrance is hidden in a water basin, which is used for the production of drinkable water. The simple living area is separated from outside by some layers of felt. At a fire place water can be heated. Sleeping niches are hollowed out the cave walls.

The meditation room is the centerpiece of the concept. The shape of the meditation room is hidden inside the mountain and it is difficult to recognise its irregular openings at the wall. Diffuse light flows into the inside. The enormous height of about ten meters accents the vertical axis and creates a feeling of a sacral room.