STADTPLANUNG LÜTTICH

Auf welchen Plätzen halten sich Menschen gern auf? Welche Erlebnisse teilen sie dort und kommen sie gern zurück?

Diese Fragestellungen sind mir bei der Gestaltung eines Platzes am wichtigsten. Der "Place de la Cathédrale" in Lüttich wirkt auf mich chaotisch und ist gefüllt mit einem lauten Durcheinander: Menschen sitzen in Cafés, Autos umkreisen den Platz und in der Mitte wird er geschmückt von einem überdimensionierten Blumentopf, dessen Kleid regelmäßig wechselt und Gesprächsthema der Bewohner ist. Bei dem ganzen Trubel, gerät die Kathedrale St. Paul, die größte in Lüttich, zunehmend ins Abseits. Sie eignet sich bestenfalls für einen dekorativen Hintergrund auf den Fotos der Touristen.





Beim Analysieren der historischen Pläne von Lüttich ist mir aufgefallen, dass sowohl die Lage, als auch die Form der beiden an die Kathedrale angrenzenden Plätze aus historischer Sicht gleichbleibend ist. Für mich bildet die Kathedrale am "Place de la Cathédrale" das Kernthema und sollte wieder mehr in den Vordergrund gerückt werden. Dies sollte jedoch in einer zeitgemäßen Form geschehen.





Place de la Cathédrale

Um die Großartigkeit der Kathedrale zu betonen, sollten alle störenden Elemente am "Place de la Cathédrale" entfernt werden. Er wird so zu einem steinernen Platz mit seiner ursprünglichen Form, bestehend aus einem Rechteck und angrenzendem Dreieck. An der Verbindung der Grundformen soll der historische Brunnen erhalten bleiben. Dieser repräsentative Platz bietet die Möglichkeit wechselnder Veranstaltungen oder Versammlungen. Seine großzügige Leere steht im Kontrast zu den engen Gassen der Altstadt Lüttichs. Die meisten europäischen Großstädte verfügen bereits über einen Fußgängerbereich im Zentrum. Die Straßen auf der Ile, rund um die Kathedrale, sollten Fußgängern und Radfahrern vorbehalten sein, um Behinderten, Alten und Kindern die Fortbewegung zu erleichtern.



Place St. Paul

Ein Ort der Ruhe und des Rückzugs ermöglicht sich im Gegenzug auf dem "Place St. Paul." An historischen Karten lässt sich ablesen, dass dieser Platz bereits früher als Grünfläche diente. Hier soll der heimischen Natur die Möglichkeit geboten werden, ein Stück der Innenstadt zurückzuerobern. Die steinernen Beläge müssen entfernt und gegen mineralreiche Böden ausgetauscht werden. Einzig die historische Skulptur soll als Referenz bestehen bleiben. Einige Bäume werden als Hochpunkte des Geländes gepflanzt und den Rest regelt die Natur selbst. Heimische Pflanzen und Tiere können sich hier entfalten und ihnen wird ein Stück der Stadt zurückgegeben. Menschen hinterlassen Trampelpfade und genießen es, ihren Platz in der kleinen Wildnis zu suchen. Damit sie möglichst lange sorgenlos dort verweilen können, gibt es eine öffentliche Toilette, die mit der Natur verschmilzt. Ein einheitlicher Bodenbelag aus belgischem Blaustein verbindet die Plätze miteinander. Rund um die Kathedrale befinden sich größere Steine, die Öffnungen in Form von Bibelstellen besitzen. Dort wachsen ebenfalls wilde Pflanzen und die Kombination aus Stein und Grün verweist auf die beiden Plätze.





Folgende Abbildungen:
Lageplan, Bestand
Lageplan, Entwurf
Schnitt Bestand - Entwurf, Place de la Cathédrale
Schnitt Bestand - Entwurf, Place St. Paul


Following pictures:
site plan, today
site plan, draft
section today - draft, Place de la Cathédrale
section today - draft, Place St. Paul

CITY PLANNING IN LIÈGE

On which places peoples like to stay? What are they doing there and do they like to come back? In my opinion these questions are important for the design of a place.

The "place de la cathédrale" seems very chaotic and it is filled with a mixture of simultaneity: People chatting in a café, cars surrounding the space and in the centre is a oversized flowerpot located. His look is changed by time and became part of the talks of Liègois. Next to all this confusion the cathedral becomes increasingly peripheralized. Today its function is only being a nice background for the tourist photographs.

During the analyze of historical material from Liège, I recognized, that the position and form of the two places beside the cathedral St. Paul have not changed. The main theme from my point of view for both places should be the cathedral. It should become the foreground in a temporary design.





Place de la cathédrale

In order to underline the grandiosity of St. Paul, all disturbing elements should be deleted at "place de la cathédrale." By this it becomes again a place dominated by stones. It has its original form, consisting of a rectangular and a triangle. At its meeting point the historical fontaine stays. This representative place enables different happenings or assemblies. Its generous void contrasts with the narrow lanes of the old Liège. Most centers of the European cities are pedestrian areas. The streets around the church should be preferably for pedestrian to protect disabled, elderly and children.



Place St. Paul

Place St. Paul becomes a place of contemplation. Historical maps show that this place was originally used as such. Domestic nature should rediscover a place of the inner-city. The existing floor should be replaced by healthy ground. Only the historical sculpture should stay at its original place. Some chosen trees should be planned and the rest could just grow without human planning. Local plants and animals will come back into the city. People make trails and enjoy staying in this small piece of wilderness. A public toilet, which seems to be part of the nature, helps humans to stay worriless.

A consistent floor made from belgian bluestone connects both places with each other. Bigger stones with holes for plants in form of bible quotes lay around the cathedral. The combination of stone and nature is a reference to both places.